Die Rushhour des Lebens: Warum sich in den 30ern die wichtigsten Lebens‑ und Finanzentscheidungen bündeln
- Georg Böttcher
- 25. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Willkommen in den 30ern – der Lebensphase, in der Karriereziele und Kinderwunsch oft gleichzeitig Fahrt aufnehmen. Akademiker‑Paare stehen dann mitten in der sogenannten „Rushhour des Lebens“. Beförderung, Elternzeit, Immobilie, Jobwechsel oder gar ein Auslandsjahr – alles will koordiniert, finanziert und gemeinsam getragen werden.
Genau in dieser Phase entfaltet ganzheitliche Finanzplanung ihre volle Wirkung: Sie bringt Ordnung in Gedanken, Zahlen und Lebensentwürfe. In diesem Beitrag bekommst du eine klare Struktur und Impulse, wie ihr als Paar eure Finanzen so plant, dass Raum für Leben bleibt – mit Rücklagen, Liquidität und Zukunftsoptionen.

Karriere & Familie – Entscheidungsfelder, die eure Finanzen prägen
Doppelkarriere: Einkommensdynamik & Elternzeit-Schnittstellen
Karrierewege sind heute vielfältiger – und komplexer. Zwei Vollzeitkarrieren bedeuten mehr Einkommen, aber auch mehr Abstimmungsbedarf:
Was passiert, wenn beide Partner kurz vor einer Beförderung stehen, aber ein Kind unterwegs ist?
Was, wenn ein Auslandsassignment lockt?
Wie wirkt sich Teilzeit auf Rentenansprüche und Elterngeld aus?
Diese Fragen sind nicht theoretisch – sie beeinflussen Liquidität, Steuerlast und Zukunftsplanung ganz konkret.
Zeitbudgets & mentale Last: Was Planung leisten kann
Finanzplanung ist keine Excel‑Übung, sondern eine Lebensgestaltung. Wer sich als Paar bewusst fragt:
„Machen wir alles parallel oder bewusst nacheinander?“legt den Grundstein für ein funktionierendes Zeit- und Geldmanagement – und für ein realistisches Erwartungsmanagement.
Liquidität ist das A und O – wie ihr eure 30er ohne Engpass meistert
Der 3‑Stufen‑Puffer
Stufe 1: Notgroschen: Mindestens 3–6 Monatsfixkosten – getrennt vom Alltagskonto.
Stufe 2: Familien-Liquidität: Für Elternzeit, Kita, Teilzeitphasen, Jobwechsel.
Stufe 3: Projekt‑Rücklagen: Umzug, Hochzeit, Geburt, Auto, Möbel, Kaution – was das Leben so bringt.
Cashflow‑Plan in Szenarien
Baut euren Finanzplan nicht nur auf einem Idealzustand auf.
Simuliert:
Vollzeit/Vollzeit
Elternzeit
Teilzeit
Auslandseinsatz
So erkennt ihr, wann Engpässe entstehen – und könnt Puffer vorab einplanen.
Konten‑Setup
Ein funktionierendes System:
Gemeinsames Haushaltskonto für Fixkosten
Life‑Events-Konto für größere Anschaffungen & Kinderkosten
Rücklagen-Accounts für strukturierte Puffer
Automatisiert so viel wie möglich.
Früh starten – warum Rücklagen ab den 20ern die 30er entspannen
The Compound Effect
Wer in den späten 20ern anfängt zu sparen, entlastet die Elternzeit in den 30ern. Selbst kleine Sparquoten helfen, Risiken abzufedern – durch Zinseszinseffekte und finanzielle Gelassenheit.
Zielstruktur
Kurzfristig (0–2 Jahre): Notgroschen & Übergangskosten
Mittelfristig (2–5 Jahre): Familien‑Liquidität, Mobilität, Umzüge
Langfristig (5+ Jahre): Altersvorsorge (ETF, gesetzlich, betrieblich, privat)
„Sparquote mit Sinn“
Nicht stur 10–20 % sparen. Sondern:
„Was steht an?“ – und dafür Rücklagen bilden. Planung entlang eurer Lebensereignisse = mehr Relevanz, weniger Verzicht.
Staatliche Leistungen & laufende Kosten im Blick
Elterngeld – was ihr strukturell bedenken solltet
Berechnungsgrundlage: Nettoeinkommen vor Geburt
Partnerschaftsmonate & Teilzeitmodelle gezielt einsetzen
Vorausschauende Gestaltung (z. B. kein kurzfristiger Gehaltsverzicht)
Kinderbetreuungskosten & Betreuungsausbau
Große Unterschiede nach Bundesland, Alter und Betreuungsmodell
Geschwisterregelungen, Beitragsfreiheit ab 2. Kind oft verfügbar
Planungssicherheit erst durch konkrete Kita-Zusage
Kranken‑/Sozialversicherung
Prüft Familienversicherung in der GKV bei Teilzeit/ohne Einkommen
Bei PKV: Auf Elternzeit/Teilzeit vorbereitet sein
Immobilie – nur mit Luft zum Atmen
Nicht zu knapp kalkulieren
Finanzierungspuffer bedeutet nicht nur "Zinsen x 1,5",
Sondern:
Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler, Umzug)
Instandhaltungskosten (1–2 €/qm im Jahr)
Ausreichend Liquidität für die monatliche Rate + Lebenshaltung – auch bei Jobpause
Mobilität schlägt Mauerwerk?
Wer nicht weiß, wo er in 5 Jahren leben will, sollte „Buy“ kritisch prüfen:
Umzugskosten, Verkaufskosten, Mietrisiken
Planungshorizont unter 7–10 Jahren = Risiko
Exit-Szenarien
Schon beim Kauf durchspielen:
Vermietung möglich?
Verkauf mit Vorfälligkeitsentschädigung?
Zwischenfinanzierung mit zweitem Objekt?

Die ganzheitliche Finanzplanung – Bausteine für Paare
Ziele & Prioritäten synchronisieren
„Was ist uns als Paar wichtig?“ - Kinder? Karriere? Flexibilität? Eigentum?
Nur wenn beide Klarheit haben, wird finanzielle Planung tragfähig.
Risiko- & Schutzkonzept
Berufsunfähigkeit: auch bei Elternzeit ein Thema
Haftpflicht & Risikoleben bei Kind/Immobilie Pflicht
Gesundheitsprüfung frühzeitig klären – nicht erst mit 3. Monat Babybauch
Investieren mit System
Basisportfolio aus ETFs & Altersvorsorge-Bausteinen
Trennung von Liquidität & Investition
Regelmäßiger Finanzcheck & Rebalancing
Entscheidungs-Rituale
Quartalsgespräch über Finanzen
Jahresplanung inkl. Versicherungscheck
„Life‑Event‑Pre‑Mortem“: Was kann schiefgehen – und wie sichern wir ab?
Fazit: Nicht perfekt planen – sondern bewusst
In den 30ern entscheidet nicht die perfekte Excel-Tabelle, sondern die Qualität eurer Vorbereitung. Wer früh Rücklagen bildet, schützt sich vor Drucksituationen – und hält sich Spielräume offen. Denn am Ende zählt:
Was ist euch wirklich wichtig – und wie könnt ihr es finanziell absichern?
Meine Einladung an euch:
Wenn ihr merkt, dass zwischen Karrieregesprächen, Kita-Anträgen und Immobilienbesichtigungen der Kopf raucht – dann macht euch klar:
Ihr müsst das nicht allein durchdenken.
Ich unterstütze euch als Certified Financial Planner (CFP®) dabei, strukturierte, individuelle Entscheidungen zu treffen, die zu eurem Leben passen – nicht zu irgendeinem Standard.
Meldet euch einfach – dann schauen wir gemeinsam, wie eure ganz persönliche Finanzstrategie aussehen kann.



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